Organspende: Brücke in ein neues Leben

Roland Schiela lebt mit Spenderherz und engagiert sich im Verein, „Bridge2life“, Xantener unterstützten ihn mit einem Radrennteam

XANTEN. Ein halbes Jahr lang schien es für Roland Schiela aus Xanten kaum noch Hoffnung auf ein normales Leben zu geben: er war 25 Jahre alt und lag auf der Intensivstation, unfähig, noch irgendetwas zu tun –  außer: warten. Warten darauf, dass für ihn ein Spenderherz gefunden würde.

Zum Team Bridge2life gehörten auch Sandra Bree und Kai Hinskes (hinten l.), Holger Knuf (hinten 3.v.r.) und Sohn Aaron Schotte (r.) sowie Kunstherzpatient Thomas Herserth (Mitte) und sein betreuenden Arzt Prof. Tenderich. Foto: privat
Zum Team Bridge2life gehörten auch Sandra Bree und Kai Hinskes (hinten l.), Holger Knuf (hinten 3.v.r.) und Sohn Aaron Schotte (r.) sowie Kunstherzpatient Thomas Herserth (Mitte) und sein betreuenden Arzt Prof. Tenderich.
Foto: privat

Seine Hoffnung erfüllte sich, ihm wurde ein Herz transplantiert. Das war 1992. Heute lebt Roland Schiela ein ganz normales Leben, aber er ist jeden Tag dankbar dafür, dass es einen Menschen gab, der sich entschied, Organspender zu werden und ihn dadurch retten konnte. Und aus dieser Dankbarkeit heraus engagiert sich der Xantener seit vielen Jahren für den Verein „Bridge2life“ und ist in dessen Vorstand aktiv.
Eine ganz wichtige Intention dieses Vereins ist es, Menschen auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen und darüber zu informieren. Außerdem will man Betroffene unterstützen, sei es, dass sie noch auf ein Spenderorgan warten oder bereits transplantiert wurden. „Es gibt viele Dinge, die man in dem Zusammenhang berücksichtigen muss“ so Schiela. „Es gibt die unterschiedlichsten Probleme sowohl psychischer als auch physischer Art und bei vielem kann der Verein beratend helfen. Aber am wichtigsten ist es uns, die Menschen zu bewegen, über Organspenden nachzudenken. In anderen Ländern gibt es die Regelung, dass prinzipiell jeder Organspender ist, es sei denn, er widerspricht schriftlich. Dadurch steigen die Spenderzahlen stark an. Ich persönlich kann jeden verstehen, der nicht spenden will. Aber es gibt viele, die einfach nur zu bequem sind, sich einen Spenderausweis zu besorgen und das ist wirklich traurig.“
Das Thema Organspende ist aber auch immer noch mit vielen Ressentiments behaftet, weil Missbrauch und Unregelmäßigkeiten immer wieder mal in der Berichterstattung auftauchen. „Auch darum  bemühen wir uns, dass das ganze Prozedere transparent wird“ so Schiela. Er weist in diesem Zusammenhang auf Eurotransplant hin, über deren Zentralregister das Zusammenführen von Spender und Empfänger erfolgt: „Dieses System funktioniert ausgezeichnet und hier greifen auch alle Kontrollgremien“ weiß Schiela.
Auf die Problematik aufmerksam machen wollen auch ­Sandra Bree, Kai Hinskes, Holger Knuf und Aaron Schotte aus Xanten. Sie sind mit Roland Schiela befreundet und haben sich daher schon oft mit dem Thema beschäftigt. Um den Verein zu unterstützen, haben sie am Wochenende am Cycling Zandvoort teilgenommen, ein 24-Stunden-Radrennen für Mannschaften. Die Xantener sind dabei als Team für den Verein „Bridge2life“ gestartet. „Es war ganz schön anstrengend“ erzählt Sandra Bree. „Man hat ja kaum geschlafen und das Fahren mitten in der Nacht ist auch ungewohnt.“
Cycling Zandvoort ist eine Charity-Veranstaltung, bei der die Teilnehmer sich ihre gefahrenen Runden von Sponsoren bezahlen lassen können – wenn sie denn Unterstützer finden. „Leider war das im Vorfeld nicht publik geworden, dass wir da teilnehmen“ so Bree. „Aber vielleicht ändert sich das ja, wenn wir im nächsten Jahr noch mal mitmachen“. Auf jeden Fall ist es ihnen gelungen, die Aufmerksamkeit auf den Verein „Bridge2life“ zu lenken. Das haben sie vor allem Thomas Herserth zu verdanken. Er ist zwei Stunden lang gefahren – eine für ihn unglaubliche Leistung, denn er lebt mit einem Kunstherz und wartet auf ein Spenderherz. Ihm galt die uneingeschränkte Bewunderung aller Teamkollegen und vieler anderer Teilnehmer.
Auch Roand Schiela wollte eigentlich in Zandvoort an den Start gehen, leider wurde das durch einen kurzfristig notwendig gewordenen Krankenhausaufenthalt verhindert. Er ist aber dankbar dafür, dass die Xantener ihn und seinen Verein als Teammitglieder unterstützt haben, denn er weiß, dass in Sachen Organspenden und Transplantationen noch viel Aufklärung in der Bevölkerung nötig ist.