Bürgermeister Dr. Dominik Pichler wünschte Kevelaer beim Unternehmerfrühstück mit der Kreis-WfG im Konzert- und Bühnenhaus eine Liberalisierung der Öffnungszeiten. Foto: Gerhard Seybert

KEVELAER. Daran ließ Dr. Dominik Pichler, der Bürgermeister von Wallfahrtsstadt Kevelaer, keinen Zweifel: „Dafür“, so sagte er, „ist es jetzt für mich zu spät.“ Dieser humorvollen Einlage vorausgegangen war die Feststellung der Deutschen Glasfaser, man müsse in diesen Zeiten des massiven Breitband-Ausbaus überall im Land Tiefbauer werden.

Bürgermeister Dr. Dominik Pichler wünschte Kevelaer beim Unternehmerfrühstück mit der Kreis-WfG im Konzert- und Bühnenhaus eine Liberalisierung der Öffnungszeiten. Foto: Gerhard Seybert
Bürgermeister Dr. Dominik Pichler wünschte Kevelaer beim Unternehmerfrühstück mit der Kreis-WfG im Konzert- und Bühnenhaus eine Liberalisierung der Öffnungszeiten. Foto: Gerhard Seybert

Im Rahmen des fast zweistündigen Unternehmerfrühstücks mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve ließen alle Beteiligten, darunter auch die Deutsche Telekom, an einem Ziel keinen Zweifel: Spätestens Ende 2018 soll es in Kevelaer in Sachen Breitband-Versorgung nur noch zufriedene Gesichter geben. Und zwar auch im Gewerbegebiet wie in den Randlagen, wo das vom Kreis Kleve und seiner WfG beantragte Fördergeld von Bund und Land für qualitative Verbesserungen sorgen sollte.
Etwa 70 Firmenchefs waren der Einladung ins Konzert- und Bühnenhaus gefolgt, um insbesondere von Deutscher Telekom und Deutscher Glasfaser den Fortgang der Dinge zu erfahren. So sagte Thomas Pantazidis zu, dass Kervenheim bis Ende des Jahres ans Netz der Deutschen Glasfaser gehen könne. Ende dieses Jahres werde man überdies in den Gewerbegebieten einige Schritte weiter sein. „Manches hängt natürlich auch von der Entschlusskraft der Menschen vor Ort ab“, sagte Pantazidis und ließ keinen Zweifel daran, dass ohne die notwendigen Unterschriften unter Vertragsangebote der Deutschen Glasfaser wenig zu erwarten sei.
Mit überzeugendem Selbstbewusstsein konnte Ursula Schauf-Paschek im Konzert- und Bühnenhaus auftreten, hatte die Telekom doch Kevelaer mit seinen 11.880 Haushalten vor Monaten zum ersten Standort überhaupt ausgewählt, an dem man den zentralen Bereich mit hohen Bandbreiten ausstattete. 70.830 Haushalte im Kreisgebiet hat die Deutsche Telekom bislang mit ihrem Leitungsnetz erreicht, 87.300 und damit 16.500 mehr sollen es bis zum Jahresende sein. Es lohnt also, auch in der Marienstadt die Entwicklung zu verfolgen und zu zeichnen. Bürgermeister Dr. Pichler, selbst SPD-Mitglied, wünscht sich von der FDP im Land eine deutliche Liberalisierung der Ladenschlussgesetze. „Was hier zur Stunde geschieht und geschehen muss, dass liegt nicht an schlechten Verwaltungen, sondern an schlechten Gesetzen“, so der erste Bürger deutlich. Kevelaer und sein Einzelhandel sieht sich seit Monaten unter besonderer Beobachtung und Kontrolle hinsichtlich der Einhaltung der Öffnungszeiten-Gesetzmäßigkeiten.
„In zwei bis drei Jahren“ werde man, so Dr. Pichler, die Ergebnisse aller Planungen zum Medizinischen Versorgungszentrum und dem Hotel-Projekt sehen und erleben. Ausgeprägt auch seine Freude darüber, dass es unweit der Bundesstraße (B9) im B-Plan-Bereich Aent Vorst „einige 10.000 Quadratmeter Gewerbefläche“ geben wird. Wiederholt musste Kevelaers Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns Anfragen auch seitens der Kreis-WfG passieren lassen, weil es an den verfügbaren Flächen fehlte.
Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers, der eingangs zum Jubiläum „375 Jahre Wallfahrt“ gratulierte, kündigte für die nächsten Monate Vier-Augen-Gespräche, Seminare, Podiumsgespräche und Vortragsveranstaltungen zum Thema Existenzgründungen an. Seit etwa zwei Jahren seien die Gewerbeanmeldungen im Kreisgebiet vor dem Hintergrund deutlich explodierender Beschäftigtenzahlen gesunken. Nicht zuletzt der Einzelhandel und das Handwerk brauche junge, frische, motivierte Gründerinnen und Gründer – auch für die Unternehmensnachfolge.