„Die Arbeit ist sehr erfüllend

und besitzt Suchtfaktor“

Eheleute Pieper helfen Pro Humanität, Kinderstation in Benin aufzubauen

KEVELAER. Immer noch steren sehr viele Kinder in Westafrika – vor allem in ländlichen Regionen – vor dem Erreichen ihres fünften Lebensjahres. Um die Chancen der Kinder zu verbessern, beabsichtigt die Stiftung Aktion pro Humanität, eine pädiatrischen Fachabteilung in ihrem Krankenhaus, dem Centre Médical Gohomey (CMG) in Benin, aufzubauen. Die ersten Pläne stellten die Vorsitzende der Stiftung Dr. Elke Kleuren-Schryvers und der in Xanten lebende und in Moers praktizierende Kinderarzt Dr. Hans-Herman Pieper mit seiner Frau Annemarie, einer Intensivschwester, jetzt vor.

Annemarie und Dr. Hans-Hermann Pieper unterstützen die Stiftung Aktion pro Humanität beim Aufbau einer Kinderstation in deren Projekt in Benin. Dr. Elke Kleuren-Schryvers, die Sprecherin der Stiftung, freut sich über soviel Engagement (v.l.) .NN-Foto: Kerstin Kahrl
Annemarie und Dr. Hans-Hermann Pieper unterstützen die Stiftung Aktion pro Humanität beim Aufbau einer Kinderstation in deren Projekt in Benin. Dr. Elke Kleuren-Schryvers, die Sprecherin der Stiftung, freut sich über soviel Engagement (v.l.).NN-Foto: Kerstin Kahrl

Die Eheleute Pieper sind erst kürzlich von ihrer Benin-Reise zurückgekehrt. Einmal pro Jahr verbringen sie eine Woche im Projekt. „Wir arbeiten in einem Team und sprechen uns vorher ab. Es ist jedes Mal eine sehr intensive Zeit“, erklärt Annemarie Pieper. „Das sind gefühlte acht Wochen. Die Menschen sind so dankbar für Hilfe. Sie lechzen danach. Wir können unheimlich viel tun, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Diese Arbeit besitzt einen Suchtfaktor“. Als „sehr erfüllend“ empfindet auch ihr Mann Hans-Herman jeden Aufenthalt in Benin. „Man ist geerdet, wenn man wiederkommt“. Alle drei halten die Einrichtung einer eigenen Kinderstation für dringend, denn „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, sagt Dr. Hans-Herman Pieper, „und ihre Krankheiten dementsprechend anders zu behandeln“. Dazu zählen unter anderem Mangelernährung, Verletzungen durch Brandwunden, Malaria und allgemeine Kinderkrankheiten wie Mittelohrentzündung. „Wird ein Kind in Afrika krank, muss die Familie für die Behandlungskosten aufkommen“, erklärt Dr. Elke Kleuren-Schryvers. Die können sich das häufig überhaupt nicht leisten. „Wir können den Familien für Kinder schwerlich die Kosten wie für einen Erwachsenen abverlangen. Darin sehe ich die größte, wirtschaftliche Herausforderung“, so Dr. Elke Kleuren-Schryvers. Die Stiftung Aktion pro Humanität will darum durch Spenden dazu beitragen, die Familien kranker Kinder von den Kosten zu entlasten. „Kinder haben in Benin/Afrika eine andere Lobby als in Europa“, wissen die Eheleute Pieper. Die emotionale Bindung der Eltern zu ihnen sei eine andere. „Wir empfinden sie oft als eher gefühllos. Doch das ist nicht fair“, sagen sie und weisen auf die hohe Kindersterblichkeit hin. „Eine Frau in Benin bringt acht bis zehn Kinder zur Welt. Davon überleben durchschnittlich nur fünf“. Durch adäquate medizinische Behandlung sollen die Jüngsten nun mehr Chancen auf eine Zukunft und damit auf mehr Bildung erhalten. „Die Spezialisierung auf Medizin für Kinder gehört unabdingbar mit in die basismedizinische Versorgung der Landbevölkerung“, so Dr. Kleuren-Schryvers und die Eheleute Pieper übereinstimmend.

Mit dem Bau der pädiatrischen Fachabteilung im Centre Médical Gohomey soll in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden. Dazu soll das Haus, das bislang als Kinderkrippe fungierte, umgebaut werden. Der Kinderbereich wird  – auch aus hygienischen Gründen – abgetrennt vom übrigen Krankenhaus und erhält einen eigenen Zugang. Kranke Kinder werden dort sowohl stationär als auch ambulant behandelt. „Die Technik muss robust und simpel sein. Medzinische Geräte, die in Deutschland aussortiert werden, weil sie nicht mehr dem neuesten technischen Stand entsprechen, können wir in Benin einsetzen. Wir suchen unter anderem gute, gebrauchte Wärmelampen, Infusionsgeräte, Atemhilfen und Wärmebetten für die Früh- und Neugeborenen“, erklärt Dr. Pieper. Um Geld für den Bau der Kinderstation zu generieren- rund 75.000 Euro werden benötigt – ist für Samstag, 25. März, eine B.Ro.T. – Bäcker-Road-Tour – statt. Sie geht auf das Engagement der Firma Reffeling und der Stimmungskanone des Karnevals Hilla Heien zurück. Abends findet bei Ter Kelling in Goch eine Benefiz-Veranstlatung mit zahlreichen Künstlern der Region statt. Die Karten kosten zehn Euro und sind bei Pro Humanität erhältlich. Eigens für diese Veranstaltung wird ein eigenes Benin-Brot gebacken und verkauft.