Stadtwerke senken Gaspreise,

Embricana wird modernisiert

Nach Gekko-Ausstieg: EGD macht Minus von „nur“ 235.000 Euro.

EMMERICH. Anstatt mit einem siebenstelligen Gewinn, wie in den vergangenen Jahren, hat die Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen (EGD) – die Holding für Stadtwerke, Rhein-Waal-Terminal und Embricana – das Jahr 2015 mit einem sechsstelligen Minus abgeschlossen. „Wir hatten mit einem erheblichen Verlust gerechnet. Dass es am Ende ‚nur‘ 235.000 Euro sind, sehen wir als positiv an“, sagt EGD-Chef Udo Jessner.

Udo Jessner, Chef der EGD. NN-Foto: MB
Udo Jessner, Chef der EGD.
NN-Foto: MB

Ursache für den laut Jessner „leichten Verlust“ ist der Ausstieg der EGD aus dem Gekko-Projekt. Drei Millionen Euro an Rückstellungen musste die EGD dafür tätigen. „Und die Verlustlage wäre noch dramatisch höher ausgefallen, wenn uns der Ausstieg zum Ende letzten Jahres nicht gelungen wäre“, betont Jessner. Im Gekko-Projekt hatten sich 23 Kommunen an einem zwei Milliarden Euro teuren Kohlekraftwerk der RWE in Hamm beteiligt. Doch am Ende waren die Produktionskosten für den Strom höher als die Preise am Markt, „und diese Schere wurde immer größer“, sagt Jessner. „Wir sind noch rechtzeitig ausgestiegen.“

Ein positives Stadtwerke-Ergebnis und steuerliche Entlastungen sorgten letztlich für das moderate Minus von 235.000 Euro. „Wir sollten den Verlust im nächsten Jahr ausgleichen und wieder einen Gewinn schaffen können“, zeigt sich Jessner optimistisch. In den kommenden Wochen und Monaten stehen bei der EGD noch verschiedene Punkte auf der Tagesordnung.

Strom- und Gaspreise

Laut Stadtwerke-Vertriebsleiter Ingo Sigmund habe man sich die „deutliche Bewegung auf den Beschaffungsmärkten für Gas zunutze gemacht“ und günstig eingekauft. So könne man den Gas-Grundversorgungstarif zu Beginn der Heizperiode um zehn Prozent senken. „Bei einem Durchschnittsverbrauch von 2.500 Kilowattstunden spart ein Haushalt rund 165 Euro im Jahr“, rechnet Sigmund vor. Auch Kunden des „Emm-Flex-Tarifes“ profitieren von der Absenkung. Laut einer Statistik der Verbaucherzentrale sind die Stadtwerke damit auf Platz vier der günstigsten Gasgrundversorger im Kreis.
Unverändert bleibt der Strompreis. Diesen habe man im vergangenen Jahr gesenkt, „da sehen wir keine Kostensenkungsnotwendigkeit“, sagt Jessner. Die Emmericher Stadtwerke sind bereits günstigster Grundversorger – sowohl im Kreis als auch NRW-weit. Zu einer Preiserhöhung im Herbst könnte es noch kommen, sollte die Bundesregierung dann die Umlagen für den Strom anheben. „Damit ist aber nicht zu rechnen“, sagt Jessner.

Wasserpreis

Der Bau des neuen Wasserwerkes, das künftig für weicheres Wasser in Emmerich sorgt, liegt laut Jessner sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan. Die Investitionskosten machen eine Anpassung des Wasserpreises zum Jahresende notwendig. Jessner verspricht aber: „Wir bleiben unter der Schallgrenze von zwei Euro je Kubikmeter.“

Kundencenter

Die Stadtwerke werden mit ihrem Kundencenter nicht umziehen, sondern am aktuellen Standort an der Wassenbergstraße neu bauen. Das Gebäude der alten Feuerwache wird verkauft, dort plant ein Investor laut Jessner zwei Wohnbau-Komplexe. Die Stadtwerke rücken mit dem Eingang zum Kundencenter in Richtung Wassenbergstraße.

Rhein-Waal-Terminal

Noch in diesem Jahr will die EGD den Antrag zur Erweiterung des Hafens auf den Weg bringen. Diese ist dringend notwendig, trotz des leichten Rückgangs der Umschlagzahlen in den vergangenen Monaten. „Das liegt aber nicht an einer gesunkenen Nachfrage“, betont Jessner, „sondern daran, dass wir einen Teil des Umschlags über die Schiene abwickeln.“ Da jedoch die Strecke immer wieder gesperrt war, wurde der Umschlag in Amsterdam abgewickelt. So kam ein Minus von 6.000 TEU zustande. „Ich hoffe, dass wir dies bis Jahresende noch aufholen können“, sagt Jessner, warnt aber: „Ich fürchte, dass es erst richtig los geht, wenn der Betuwe-Ausbau startet.“
Im kommenden Jahr wird am Terminal eine 20 Jahre alte Containerbrücke ersetzt, „damit erhöhen wir die Performance des Hafens“, erläutert Jessner. Die Kosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro, ein Förderantrag ist bereits gestellt.

Embricana

Auch im Embricana wird die EGD investieren. Im Herbst wird eine neue, energieeffiziente Lüftungsanlage installiert; für die Kosten von rund 750.000 Euro gibt es Fördermittel vom Bund. Auch der Gastronomie-Bereich im Schwimmbad wird umgebaut und modernisiert, für die verschiedenen Einzelmaßnahmen werden noch einmal 200.000 Euro fällig. Nach den Herbstferien wird das Bad für zwei bis drei Wochen geschlossen, der Küchenumbau werde laut Jessner allerdings bei laufendem Betrieb fertiggestellt werden müssen. Die Sauna des Embricana bleibt vom 4. bis 6. Oktober wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Schließlich soll das ganze Embricana ein neues Design erhalten, die Farben weiß und petrol werden sich künftig an verschiedenen Stellen wiederfinden.
Eine Veränderung soll es auch neben dem Embricana geben. Der Betreiber des Fitness-Centers, das auf einen Erbbaurechtsvertrag verpachtet ist, sei insolvent, teilt Jessner mit. „Wir wollen das Objekt zurückerwerben und nach verpachten“, sagt der EGD-Chef. Es gebe bereits Interessenten.