Die späte Suche nach dem totgeschwiegenen Vater

Lesung mit Monika Benndorf und Esther Linssen im Kloster Graefenthal

GOCH. Der Förderverein  Graefenthal, die Kultourbühne, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goch sowie die Volkshochschule Goch laden am Mittwoch, 24. August, um 20 Uhr, in den Kreuzgang des Klosters Graefenthal zu der  Lesung „Von der Geschichte befreit“ ein.

Monika Benndorf verarbeitet in der Lesung Erlebtes in der Familie. Foto: privat
Monika Benndorf verarbeitet in der Lesung Erlebtes in der Familie. Foto: privat

Die Autorin Monika Benndorf und ihre Tochter Esther Linssen verbinden in dieser Lesung Erlebtes der Familie mit Liedern von Schubert und Schumann in harmonischer Weise. Zur Herausgabe des Buches „Von der Geschichte befreit“ entschlossen sie sich, ein gemeinsames Programm zu erarbeiten. Jorrit van den Ham begleitet einfühlsam den Gesang am Flügel. Tickets für zehn Euro pro Stück gibt es bei der Kultourbühne im Rathaus (Telefon 02823/320-202, E-Mail: kultourbuehne@goch.de) und online bei www.goch.de.

Alles begann mit einer Liebe in Kriegszeiten. Ein 20 Jahre altes „Hollands Meisje“ verliebt sich in einen deutschen Besatzungssoldaten. Diese Liebe unter dem unglücklichsten aller Sterne führt im Jahr 1944 zur Geburt eines Kindes, das von beiden Eltern gewollt, dann aber dem Vater entzogen wird: Nach dem Krieg durfte so etwas in den Niederlanden einfach nicht sein. Die Erfahrungen als Kind eines totgeschwiegenen Vaters und die erst spät begonnene Suche nach ihm schildert Monika Benndorf in ihrer Lebensbeschreibung „Von der Geschichte befreit. Von einem Krieg, der endete, aber nicht verging.“

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Esther Linssen absolvierte ihr Gesangstudium bei Diane Forlano am Koninklijk Conservatorium zu Den Haag und erwarb die Diplome: Vortragender Musiker, Oper und Dozent. Dazu nahm sie Gesangstunden bei Christina Deutekom und James McCray. Zu ihrem Opernrepertoire gehören Verdi‘s Lady MacBeth, Aida, Abigaile in „Nabucco“ und Violetta in „La Traviata“.

Sie stellte „la Contessa“ in „La Nozze di Figaro“ von Mozart, so wie „Little Wixen“ von Janacek dar. Aktuell konzipiert sie mit Klaus Bertisch, Dramaturg bei der Nationale Opera Amsterdam, eine Vorstellung über ihren deutschen Großvater Paul Benndorf. Es ist eine Weiterentwicklung der Konzertlesung. Jorrit van den Ham absolvierte sein Klavierstudium an der Musikhochschule Amsterdam bei Marjes Benoist, Hakon Austbö und Naum Grubert und schloss dieses mit dem Masterdiplom ab. Derzeit ist Jorrit van den Ham als Pianist und Dozent in den Niederlanden tätig. So ist er neben seinen solistischen Auftritten ein vielgefragter Lied- und Chorbegleiter und ist an der Niederländischen Oper in Amsterdam tätig.

Neben seinen Konzerten in den Niederlanden konzertiert er auch regelmäßig in anderen Europäischen Ländern, wie Deutschland, Österreich, England, Frankreich und Italien. So spielte er in London für die Beethoven Society in der St. James Church und der Regent Hall. Er trat mehrmals beim jährlichen Klavierfestival in Feuchtwangen auf. Jorrit van den Ham ist Preisträger einiger Wettbewerben in den Niederlanden. Im Jahre 2013 erhielt er wegen seiner herausragenden Leistungen als Begleiter ein Stipendium des Richard Wagner Verbandes Trier-Luxemburg.