RHEINBERG. Seit Wochen hat die Inititiative „Rund um den Pulverturm“ Unterschriften gegen den geplanten AWO-Verwaltungsneubau an der ehemaligen Montessori-Schule gesammelt. Jetzt überreichten Michaela Vervoort und Ralf Winstroth von der Initiative 1.856 Unterschriften an Bürgermeister Frank Tatzel und den 1. Beigeordneten Dieter Paus.

RheinbergUnterschriftenuebergabe
Unterschriftenübergabe gegen den geplanten AWO-Neubaum im Zentrum von Rheinberg: (v.r.) Initiator Ralf Winstroth, Michaela Vervoort, Bürgermeister Frank Tatzel und Beigeordneter Dieter Paus. NN-Foto: Lorelies Christian

Sie legten Wert darauf, dass die Signaturen von Sympathisanten aus ganz Rheinberg stammen, die sich gegen das Projekt an dieser Stelle wehren und für den Erhalt einer der schönsten Plätze in Rheinberg. Winstroth konkretisierte: „Es handelt sich um eine Petition. Wir wenden uns gegen das Projekt, da es ohne jeglichen öffentlichen Dialog durchgeführt werden soll und gegen den politischen Prozess – beides bedarf einer Aufarbeitung von Beginn an. Wir hoffen, dass der Käufer des Grundstücks, die AWO, dazu bewegt werden kann, vom Grundstückskauf Abstand zu nehmen.“
Tatzel nahm den Ordner mit den Unterschriften entgegen mit den Worten: „Ich danke Ihnen für Ihr Engagement. Da­für ha­ben Sie mei­nen großen Respekt. Ich se­he das so, dass Ihr Anliegen ein Be­geh­ren für Rhein­berg ist“.  Er verwies auf ein Gespräch, dass in dieser Woche mit den Initiatoren stattfinden soll.
Winstroth bekräftigte noch einmal die Absicht, ein Bürgerbegehren anzustreben, wenn die Initiative ansonsten kein Gehör findet. „Wir haben bereits eine Anwaltskanzlei beauftragt“, unterstrich er die Ernsthaftigkeit.
Dieter Paus hingegen verwies auf die gemeinsame Erklärung mehrerer Fraktionen, die sich für die Ansiedlung des AWO Neubaus im Zentrum von Rheinberg ausgesprochen haben. „Ich sehe der Überprüfung durch die Aufsichtsbehörde, die Sie veranlasst haben, gelassen entgegen“, zeigte er sich optimistisch, dass sich die Verwaltung im Rahmen des politischen Beschlusses korrekt bewegt habe. Er bestätigte, dass ein Bauantrag noch nicht gestellt sei, aber alles fristgerecht laufe.
Michaela Vervoort hätte gerne Einblick in das bisher vorliegende Konzept – doch diese Forderung wies Paus energisch zurück mit den Worten, der Inhalt des Konzepts sei der Initiative bekannt. Den Vorwurf von Vervoort sich „Die Katze im Sack “ eingehandelt zu haben bei Vertragsunterschrift durch die AWO, wollte Paus überhaupt nicht gelten lassen. Er erinnerte daran, dass das Konzept beinhaltet, im zweiten Bauabschnitt – nach Abriss der Schule – auch Seniorenwohnungen zu bauen. Insgesamt habe das Konzept überzeugt.
Der Austausch der Argumente am vergangenen Donnerstag brachte lediglich eine Wiederholung der bereits bekannten Stadpunkte, aber keine Annäherung. Nun hoffen die Initiatoren auf das Gespräch mit dem Bürgermeister.