Termin war exzellent, um dazu zu lernen

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft unterstützte wahlkämpfende Genossen

GELDERN. Im Konferenzsaal des St. Clemenshospitals standen schon die glutenfreien Kekse bereit, denn Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wurde erwartet. In ihrer Eigenschaft als SPD-Vorsitzende NRW besuchte sie die Herzogstadt, um den Gelderner SPD-Bürgermeisterkandidaten Jörg Grahl und den SPD-Landratskandidaten Jürgen Franken im Wahlkampf zu unterstützen. „Wie man weiß, bin ich im Wahlkampf”.

Eine Station ihrer Visite war das St. Clemens-Hospital, wo sie mit der Spitze des Hauses eine regen Meinungsaustausch hatte. Christoph Weß, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses, nutzte die Gelegenheit, ein wenig die Werbetrommel für sein Haus zu rühren. „Wir registrieren 650 Fälle mehr als im Vorjahr. Gestiegen ist auch die Zahl der Geburten. Im Clemens-Hospital sind 74 Babys mehr als im Vorjahr auf die Welt gekommen, so dass wir insgesamt 1.000 Geburten im Jahr haben.”

Gruppenbild mit Dame: Christoph Weß, Kaufmännischer Direktor der ctt Einrichtungen in Geldern, Dr. Günter Merschbächer, Geschäftsführer ctt,  ürgen Franken, SPD-Landratskandidat Kreis Kleve, Hannelore Kraft, Landesvorsitzende der SPD NRW, Jürgen Grahl, SPD–Bürgermeisterkandidat Geldern, Stefan Kuhl, MAV-Vositzender der ctt Einrichtungen Geldern, Andreas Kohlschreiber, Pflegedirektor, St.-Clemens-Hospital, Dr. med. Rupertus Schnabel, Ärztlicher Direktor St.-Clemens-Hospital, Dr. med. Udo Simson, Ärztlicher Direktor, Gelderland-Klinik (v.l.). NN-Foto: Theo Leie
Gruppenbild mit Dame: Christoph Weß, Kaufmännischer Direktor der ctt Einrichtungen in Geldern, Dr. Günter Merschbächer, Geschäftsführer ctt, ürgen Franken, SPD-Landratskandidat Kreis Kleve, Hannelore Kraft, Landesvorsitzende der SPD NRW, Jürgen Grahl, SPD–Bürgermeisterkandidat Geldern, Stefan Kuhl, MAV-Vositzender der ctt Einrichtungen Geldern, Andreas Kohlschreiber, Pflegedirektor, St.-Clemens-Hospital, Dr. med. Rupertus Schnabel, Ärztlicher Direktor St.-Clemens-Hospital, Dr. med. Udo Simson, Ärztlicher Direktor, Gelderland-Klinik (v.l.). NN-Foto: Theo Leie

 

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Bei Krafts Austausch mit den Spitzenvertretern des Clemens-Hospitals standen aktuelle Sachthemen im Vordergrund. Hannelore Kraft lobte: „Der Termin war exzellent, um dazu zu lernen.” Beispielsweise, wie das mit der Krankenhausplanung und der ärztlichen Versorgung laufe. Christoph Weß und Dr. Günther Merschbächer vom Vorstand der Cusanus Trägergesellschaft Trier nutzten beim Gespräch mit der Ministerpräsidentin die Gelegenheit, „unsere wichtigsten Sorgen und Nöte an entsprechender Stelle vorzubringen.” Dazu gehöre die geplante Krankenhausreform. „Wir müssen die Krankenhausplanung gut austarieren. Derzeit diskutieren wir mit den Kommunen und müssen sie vielleicht anpassen”, so Kraft. „Außerdem müssen wir dafür sorgen, dass an den richtigen Stellen die richtigen Entwicklungen passieren, auch auf Bundesebene”.

Bürgermeisterkandidat Jörg Grahl sprach von einer sehr intensiven Diskussion und einem guten Austausch. Ihm ist die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in der Herzogstadt ein großes Anliegen. Darum unterstützt er die Initiative zur Errichtung eines hausärztlichen Zentrums samt angeschlossenen Räumen für angestellte, junge Ärzte in Geldern. Die Mediziner könnten auch in Teilzeit eingestellt werden. „Das könnte helfen, die Situation zu glätten.” In zehn Jahren sei der Kreis Kleve der schwierigste im Land hinsichtlich der hausärztlichen Versorgung, zitierte Grahl aus Prognosen. „Diesen Trend müssen wir aufhalten.” Seine prominente Wahlkampfunterstützerin Hannelore Kraft gab zu bedenken, „dass viele gut ausgebildete Ärzte in andere Branchen abwandern. Denen müssen wir neue Angebote machen.”

Hannelore Kraft bei der Diskussionsrunde im Clemens-Hospital.
Hannelore Kraft bei der Diskussionsrunde im Clemens-Hospital.

SPD-Landratskandidat Jürgen Franken möchte in der Gesundheitspolitik ein ausgeprägteres Kreisgefühl initiieren. So könnte beispielsweise der ärztliche Notdienst an die jeweiligen Krankenhäuser angedockt werden. Um Wartzeiten von bis zu sechs Monaten für die Patienten zu verkürzen, könne eine Kooperation der Häuser mit Kardiologen angestrebt werden.

Ein wichtiges Punkt bei Krafts Besuch war die mangelnde Anbindung des Krankenhauses an das Breitband. Ein wichtiger Faktor, um mit Kollegen in anderen Häusern zu kommunzieren, und ein Standortvorteil, so die Mediziner.

Jörg Grahl: „Auch die Gelderland-Klinik, das Seepark-Hotel und einige Betriebe im Gewerbegebiet Siemensstraße sind nicht an das schnelle Internet angeschlossen.” Um es nutzen zu können, müssten sie jährlich eine nicht unerhebliche Summe an die Telecom zahlen. Kraft verwies darauf, dass die Landesregierung garantiert habe, bis 2018 alle Haushalte in NRW an das schnelle Internet anzuschließen.

Später, bei ihrem kurzen Rundgang durch das Krankenhaus, punktete Hannelore Kraft bei Bürgern wieder mit ihrer Unkomplizierthei und Bürgernähe.„Ich bin in der Kantine einfach auf sie zugegangen und habe gesagt: Sie kennen mich nicht, aber ich kenne Sie. Darauf hat die Ministerpräsidentin geantwortet, dass ist doch schon mal was”, berichtete ein Mann stolz seiner Begleiterin. Kerstin Kahrl