GELDERN. Staatssekretär Karl-Josef Laumann und Margret Voßeler (MdL) besuchten gemeinsam mit Vertretern des CDU-Stadtverbandes Geldern das St.-Clemens-Hospital. Vor Ort hieß der ctt-Geschäftsführer Thomas Thiel die Gäste willkommen. Die stellvertretende kaufmännische Direktorin Ulrike Eller informierte den Bundespolitiker mit den wichtigsten Eckdaten über den Gelderner Gesundheitscampus.

Besonders hob sie hervor, dass moderne Technik wie Computertomograph, MRT und Endoskopie-Geräte, sowie neue Operationssäle und das angrenzende Gesundheitszentrum eine Basisversorgung für die Region sichern. Ein geriatrischer Versorgungsverbund in Kooperation mit den Kliniken in Xanten und Kamp-Lintfort sowie in der Psychiatrie mit dem Landschaftsverband Rheinland sei angestrebt. Mit dem Links/Rechtsherz-Katheter-Messplatz ergebe sich in der Kardiologie ein neuer diagnostischer Schwerpunkt.
Als Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patienten und Bevollmächtigte für Pflege stellte sich Laumann unmittelbar der Diskussion zur Pflege. Glücklicherweise stimme, so erklärte Pflegedirektor Andreas Kohlschreiber, für den Standort Geldern noch die Personaldecke mit 271 Pflegekräften in Teil- und Vollzeit. Gleichwohl mahnte er hinsichtlich des allgemeinen Trends: „Gute Kräfte sollten unbefristete Verträge bekommen. Qualität braucht Hände!“ Laumann stimmte dem Ansinnen zu: „Es kann mit den Pflegeberufen nicht so weiter gehen. Es ist nicht richtig, wie wir mit der Pflege umgehen. Der Nachwuchs fehlt.“ Erkannt sei, dass eine pflegerische Mehrbelastung über die DRG-Punkte (Leistungsentgelt, das die Krankenhäuser mit den Krankenkassen) abgerechnet werden könnten, beispielsweise in Form von Mehrbedarfszuschlägen.
Ebenfalls auf dem Prüfstand, so der Staatssekretär, stehe eine Häufung bestimmter Operationen in Deutschlands Kliniken. In der ersten Lesung des Gesetzentwurfes im Bundestag werde erörtert, bei kostenintensiven Operationen eine Zweitmeinung einzuholen. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, entgegnete der Ärztliche Direktor Dr. Rupertus Schnabel, dass mediale „Aufklärungskampagnen“ über eine Häufung von Operationen zunächst zu deren Rückgang bis zu 15 Prozent für den Moment geführt hätten. Tatsächlich sei es später genau bei den kritisierten Operationen zu einem Boom gekommen, weil die Patienten den eigentlich notwendigen Eingriff nur verschoben hätten.

[quote_right]Laumann: Eine Klinik im Radius von 25 Kilometern reicht vollkommen aus. Krankenhäuser mit hoher Qualität sollen belohnt werden.“[/quote_right] Was die Krankenhäuser jedoch am Dringendsten benötigen, sei eine über viele Jahre planbare Verlässlichkeit, um eine Gesundheitseinrichtung wirtschaftlich führen zu können, fügte Ulrike Eller hinzu. Was folglich dazu führe, dass bauliche Veränderungen geplant werden können. Es fehlen jedoch Investitionszusagen für den Umbau in Höhe von 27 Millionen Euro, allein für das Krankenhaus. Die Gelder sollen teilweise über eine mögliche Bürgschaft der Stadt gesichert werden. Laumann verwies darauf, dass Finanzierung und Zuschüsse für bauliche Maßnahmen in den jeweiligen Ländern entschieden werden.
Geht es nach dem Willen der Politiker in Berlin, empfehlen diese für deutsche Kliniken, so Laumann, stets eine Zusammenarbeit mit benachbarten Häusern der Region. Als Regulativ nehme man auch die Schließung kleinerer Häuser bei Krankenhausdichte in Kauf. „Unser Gedanke: Eine Klinik im Radius von 25 Kilometern reicht vollkommen aus. Krankenhäuser mit hoher Qualität sollen belohnt werden.“ Darin, so der Pflegedirektor, sehe er das St.-Clemens-Hospital wirklich gut aufgestellt: „Wir versorgen alles. Jedes Alter: von der Säuglingsstation bis zu Geriatrie. Pflegerisch, therapeutisch, ärztlich sind wir wirklich gut und haben den Rückhalt der Bevölkerung.“